Chronik der Feuerwehr Niederstetten
Geführt wird die Freiwillige Feuerwehr Niederstetten seit 2004, vom Leitenden Hauptbrandmeister (ehemals Stadtbrandmeister) Oliver Käss als gewählten ehrenamtlichen Kommandant. Derzeit versehen 305 Bürgerinnen und Bürger in den zehn Abteilungen ihrer aktiven Dienst, sowie 44 Kinder und Jugendliche in der Jugendfeuerwehr, bzw. bei den Feuerwehr-Kid´s und 27 Kameraden in der Altersabteilung der Feuerwehr. Damit ist die Feuerwehr mit 376 Bürgerinnen und Bürger eine der personalstärksten Einrichtungen der Stadt Niederstetten.
Chronik-Teil 1 1842 bis 1950
Seit sich der Mensch das Feuer nutzbar machte, war er auch vor die Aufgabe gestellt, den Flammen durch geeignete Löschmethoden Einhalt zu gebieten. Noch bis ins 19. Jahrhundert bestand die effektivste Methode des Löschens aus einer Kette von Menschen, die mit Wasser gefüllte Gefäße weiterreichten und dem Feuer so zu Leibe rückten. Dies verlangte jedoch, dass ein Jeder Bürger ob Klein, ob Groß, mithalf. Aus diesen Notgemeinschaften heraus, gab es immer mehr engagierte Bürger, die sich zum Wohle ihrer Nächsten aktiv mit der Brandbekämpfung beschäftigten.
Hierzu ist folgende Begebenheit aus dem Jahre 1842 überliefert: Die aus Künzelsau nach Niederstetten gekommene Gerberfamilie Glock, befasste sich sehr intensiv mit dem Löschgedanken und stiftete der Löschgemeinschaft Niederstetten im Jahr 1842 einen Ledereimer, den sogenannten „Glock-Eimer“, um die Brandbekämpfungsmaßnahmen zu verbessern. Der Eimer ist übrigens noch heute im Besitz der Freiwilligen Feuerwehr. Nach dem Brand des Karlsruher Hoftheaters am 28. Februar 1847 und dem erfolgreichen Einsatz des ersten Pompiers-Corps Durlach, kam es überall zur Errichtung solcher Feuerlöschcorps nach Durlacher Vorbild. Auch im Hohenloher Land begann man die ersten Feuerlöschcorps zu gründen und aufzubauen. So wurde im Jahr 1850 die erste „Hilfsgemeinschaft zur freiwilligen Brandbekämpfung“ in Niederstetten ins Leben gerufen. Im Jahr 1852 gründete man dann, nach zweijähriger Aufbauzeit, die „Freiwillige Feuerwehr Niederstetten“. Im Jahr 1876 wurde die Freiwillige Feuerwehr Niederstetten in eine Pflichtfeuerwehr umgewandelt. Es wurde eine Lokalfeuerlöschordnung gebildet, sowie eine Bezirksfeuerlöschordnung für das ganze Oberamt, welche durch Regierungsbeschluss vom 27. September 1876 genehmigt wurde. Für die Kosten der Anschaffung und Unterhaltung der betreffenden Requisiten für ihre Feuerwehr hatte ab diesem Zeitpunkt jede Gemeinde selbst einzustehen. Doch gab die Amtskörperschaft Geldbeiträge für Gerätschaften, Aufstellung und Einübung.
Der erste Kommandant der Pflichtfeuerwehr Niederstetten war Werkmeister Carl Baumann, der die Feuerwehr von 1876 bis 1896 leitete (Foto). Zu seinem Führungsstab gehörten im Jahr 1895: Adjutant Melber zum Anker; Hauptmann Heinrich Burkhardt; Hauptmann Friedrich Meider; Hauptmann Julius Abendschein. Die Feuerwehr in Niederstetten verfügte, gemessen an den technischen Möglichkeiten um die Jahrhundertwende, schon 1895 über eine gute Ausrüstung von insgesamt sechs Handdruckspritzen, einer Leiter auf Fahrgestell, einem Handwagen zum Transport weiterer Leitern, einem Mannschaftswagen, einen Rettungsschlauch zum Retten von Personen aus großen Höhen, sowie über insgesamt 220m Schlauchmaterial.
Im Jahr 1896 übernahm der damalige Hauptmann Heinrich Burkhardt (Foto) als Kommandant die Wehr. Der Kommandant trug in dieser Zeit einen Messing-Helm mit weißem Roßhaarbusch, während die Hauptleute (vergleichbar mit den heutigen Gruppenführern) Messing-Helme mit rotem Roßhaarbusch und die Feuerwehrmänner schwarze Lederhelme trugen. Die Feuerwehr Niederstetten war Unterteilt in den Stab, eine Kompanie Retter, eine Kompanie Steiger (Leitermannschaft), eine Spritzen-Mannschaft, eine Hydranten-Mannschaft und eine Kompanie Wachmannschft und Hornisten. Insgesamt versahen 198 Bürger Dienst in der Feuerwehr. Im April 1901 wurde eine mechanische, fahrbare Leiter von Magirus Ulm/Donau mit einer Steighöhe von 16 Metern angeschafft. Sie war der ganze Stolz der Wehrleute in dieser Zeit. Heinrich Burkhardt führte die Feuerwehr Niederstetten bis ins Jahr 1904.
Im Protokollbuch steht am 5. Juni 1904 vermerkt, dass Julius Abendschein (Foto) die Requisiten des seitherigen Kommandanten Heinrich Burkhardt (Helm mit Busch, Gurt und Hupe) als sein Nachfolger im Amt erhielt. Kommandant Julius Abendschein duldete keinerlei Unpünktlichkeit, denn in seinem Rapportbuch findet sich im Jahr 1908 folgender Auszug aus der Verfügung des Ministeriums des Innern, betreffend die Vollziehung der Landesfeuerlöschordnung vom 24. November 1885: „Der Kommandant, die Hauptleute und die Zugführer haben Rapportbücher zu führen, in welchen die abgehaltenen Einzel- und Gesamtübungen, sowie die Versäumnisse bei Übungen und Brandfällen und die vorgebrachten Entschuldigungsgründe einzutragen sind. Die Entschuldigungsgründe sind spätestens am dritten Tage nach dem Ausbleiben schriftlich vorzubringen. Die unentschuldigt oder ohne genügende Entschuldigung Ausgebliebenen sind dem Ortsvorsteher betreffs Abrügung der Verfehlung von dem Kommandanten unter Vorlegung des Rapportbuches anzuzeigen!“ Daran anschließend stand in seinem Rapportbuch unter dem 15.August 1908: „Die angezeigten Feuerwehrleute wurden auf das Rathaus geladen und über ihr ausbleiben bei den Übungen befragt. Dieselben wurden, soweit die Entschuldigungsgründe nicht stichhaltig waren, unter Strafandrohung ermahnt, künftig bei den Übungen pünktlich zu erscheinen!“ Über Mangel an Arbeit hatten sich die Kameraden im Raum Niederstetten damals nicht zu beklagen.
Es ist aktenkundig, dass im Laufe der Jahre 1908 bis 1918 einige Großbrände zu bewältigen waren, bei denen man auch teilweise der Hilfe der Kameraden aus Schrozberg bedurfte. Die Personalstärke der Pflichtfeuerwehr Niederstetten betrug in den Jahren 1906 bis 1924 zwischen 163 und 196 Mann. Nur in den Jahren 1915 und 1916 war die Wehr, bedingt durch den ersten Weltkrieg, nur 90 beziehungsweise 83 Mann stark.
Im Jahr 1923 gab es wieder einen Kommandantenwechsel. Nachdem 25 Jahre lang Julius Abendschein Kommandant der Pflichtfeuerwehr Niederstetten war, leitete nun der Gerber und Sägewerksbesitzer Karl Streitberger (Foto) die Feuerwehr Niederstetten. In seine Amtszeit fiel auch die erneute Umwandlung der Pflichtfeuerwehr in eine Freiwillige Feuerwehr im Jahre 1925. Kommandant Karl Streitberger leitete die Feuerwehr Niederstetten 15 Jahre lang und gab 1938 sein Amt ab. Leider sind viele Aufzeichnungen, auch die des Kommandanten Streitberger, beim Brand des Rathauses nach der Bombardierung durch die allierten Streitkräfte im Jahre 1945 verlorengegangen. Lediglich das Rapportbuch, sowie ein Bild der Löschgruppe von 1928 sind erhalten geblieben. Auch konnte der "Glock-Eimer" die Kriegswirren überstehen, da er bei einer Privatfamilie in Niederstetten aufbewahrt wurde.
Es ist jedoch aktenkundig, dass Richard Knenlein 1938 die Feuerwehr übernahm, welche er über die Kriegsjahre des zweiten Weltkrieges bis 1945 leitete. In dieser Zeit unterstand die Feuerwehr der Polizei und hatte auch polizeiliche Aufgaben zu erfüllen. Mit Beginn des zweiten Weltkrieges reduzierte sich die Mitgliederzahl erheblich. In der Zeit von Januar 1944 bis Oktober 1945 wurde die Feuerwehr durch Frauen, ältere Mitbürger und Kinder verstärkt, die bei Löscharbeiten halfen. Im April 1945 mussten die noch verbliebenen Feuerwehrangehörigen fast täglich, und oft unter Einsatz ihres Lebens, ausrücken. Niederstetten stand im April 1945 unter schwerem Beschuss der alliierten Streitkräfte. Hier einige Auszüge aus den Einsatzberichten dieser Tage:
9. April 1945:
„Schwerster Tag für Niederstetten. Dauernder Beschuss schon seit 6 Uhr früh. Verschiedene Angriffe mit Bombengeschwader, so dass die Feuerwehr nicht wirksam tätig sein konnte. Erst nachmittags konnte die Tätigkeit von einer Gruppe wieder aufgenommen werden. Die Arbeit wurde in den folgenden Tagen, trotz Beschuss, fortgesetzt, doch konnte nicht verhindert werden, dass auch das Gasthaus zur Post noch ein Opfer der Flammen wurde.“
12.April 1945:
„Einige Tage wurde im Lagerhaus die brennende Frucht abgelöscht. In der Nacht wurde die Motorspritze mit drei Saugschläuchen und einem B-Druckschlauch samt Strahlrohr von amerikanischen Truppen mitgenommen, so das der Bestand an Geräten, besonders an Schläuchen, sehr gering wurde.“
27.April 1945:
„Die Feuerwehr wurde gerufen, weil sich in der Weingärtnergenossenschaft eine Explosion beim Umladen von Panzerfäusten ereignete. Dabei fanden die Bürger Gottlob Schmidt, Eugen Müller, Herrmann Müller und ein amerikanischer Soldat den Tod. Des Weiteren gab es viele Verwundete. Die Feuerwehr löschte mit einer Hydrantengruppe das amerikanische Lastauto ab, bevor größerer Schaden entstand.
Nach dem Krieg musste die Feuerwehr neu gebildet werden. Dies war die Aufgabe des neuen Kommandanten, Sattlermeister Albert Kleinhanß, der als altgedienter Feuerwehrmann schon im Jahre 1935 das Feuerwehrabzeichen des Landes Baden-Württemberg erhalten hatte. Laut Anordnung des Kreisführers stellte er die Wehr am 11.Oktober 1945 neu zusammen und entließ die älteren und weiblichen Hilfskräfte. Die neuen Feuerwehrmänner wurden, soweit dies möglich war, eingekleidet. Die Einsätze in den Jahren nach 1945 waren oftmals schwierig zu bewältigen, da das benötigte Gerät zur Brandbekämpfung fehlte, doch versuchte man dies durch starken persönlichen Einsatz wieder wettzumachen. Auch während der Amtszeit von Albert Kleinhanß wurde Niederstetten von einigen Großbränden heimgesucht; so brannte beispielsweise das Stallgebäude und die Scheune der Witwe Herz in der Langen Gasse im Jahr 1946. Das Bild zeigt die Mannschaft nach der Neugruppierung im Jahr 1947 auf dem Markplatz in Niederstetten im Hintergrund stehen nur noch die Grundmauern des heutigen Hotel-Gasthof "Krone". Auch hat nur ein Teil der Mannschaft Unifomen, die meisten tragen ihre Alltags- oder Arbeitskleidung. Von den allierten Besatzungsmächten erhielt die Feuerwehr anfangs keine Unterstützung, man musste sich mit Gerätschaften oft selbst behelfen.
Chronik Teil 2 1950 bis 1990
Im April 1949 übernahm Flaschnermeister Willy Keppler die Freiwillige Feuerwehr als neuer Kommandant, die er die nächsten 25 Jahre, bis zum März 1974, führte. Während dieser Zeit erlebte die Feuerwehr Niederstetten, bedingt durch die allgemeine Aufwärtsentwicklung, die Unterstützung der Landesregierung, aber auch durch das große persönliche Engagement, des Kommandanten einen großen Aufschwung. Als besonderes Brandereignis ist aus seiner Amtszeit der Brand des Sägewerks Jung am 11.12.1952 in Niederstetten zu erwähnen. Um 02:05 Uhr in der Nacht wurde die Wehr mit der Sirene alarmiert. Durch die große Nahrung die das Feuer hatte, konnte trotz allen Bemühens vom Sägewerk nichts mehr gerettet werden. Jedoch durch das rasche und umsichtige Eingreifen der Feuerwehr konnte das Feuer auf seinen Brandherd beschränkt werden. So konnte die anliegende Trocknerei mit dem dort gelagerten Parkett gerettet werden. Um 02:15 Uhr wurden zusätzlich die Feuerwehren Bad Mergentheim und Schrozberg alarmiert. Die Feuerwehr Niederstetten war komplett mit allen Ortschaften im Einsatz, einschließlich der Löschgruppe Sichertshausen.
Im Jahre 1953 konnte die Feuerwehr in ein neues Feuerwehrmagazin umziehen. Im neu erbauten Rathaus in der Albert-Sammt-Straße wurde auch der Feuerwehr ein neues Domizil mit zwei Einstellboxen geschaffen. Auch wurde das Sirenensystem erneuert und damit die Alarmierung verbessert. Der 4.Juni 1957 war für die Wehr ein ganz besonderer Tag. Das erste Löschfahrzeug, ein LF 8 auf Opel-Fahrgestell, konnte bei der Firma Ziegler in Giengen an der Brenz abgeholt werden. In einer Feierstunde wurde das Fahrzeug in Anwesenheit von Kreisbrandmeister Gauckler, dem Gemeinderat und Bürgermeister Carl Weber der Feuerwehr übergeben. Diese Anschaffung, war ein großer Schritt zur Erhaltung und Sicherung des Brandschutzes in Niederstetten.
Ein weiterer erwähnenswerter Einsatz ereignete sich am Herbstfestsonntag, dem 25.09.1960. Die ganze Stadt ist voller Spannung in Erwartung des Herbstfestumzuges, doch um 12:25 Uhr wurde die Freude durch den Ruf der Sirene jäh getrübt. Die Scheune sowie das große Stallgebäude des städtischen Rehhofes standen in Flammen. Die Wehr rückte mit dem LF 8 sowie einem LKW des örtlichen Lagerhauses zur Einsatzstelle aus. Bei der Ankunft an der Einsatzstelle stand bereits der gesamte Gebäudekomplex in Flammen. Durch das Fehlen jeglicher geeigneter Wasserversorgung, musste zum Löschen und zur Abschirmung der Nachbargebäude Jauche als Löschmittel verwendet werden. Das Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Bad Mergentheim wurde zum Schutz der Nebengebäude eingesetzt. Das lebende Inventar konnte gerettet werden, während die gesamten Futtervorräte vom Feuer vernichtet wurden. Trotz der widrigen Umstände konnte jedoch das Feuer auf seinen Brandherd beschränkt werden. Kurios hingegen war: Man sah noch nie so viele vornehme Feuerwehrmänner – alle mit weißem Hemd und Krawatte – an einer Einsatzstelle, wie an diesem denkwürdigen Herbstfestsonntag.
Am 25.Juni 1969 erhielt Niederstetten ihr zweites Feuerwehrfahrzeug, ein kreiseigenes Tanklöschfahrzeug mit 1600l Wasserinhalt (TLF 16), sowie eine Anhängeleiter mit 18m Rettungshöhe (AL 18). Im selben Jahr wurde die Feuerwehr Niederstetten zur Stützpunktwehr erhoben. Neben Niederstetten erhielten auch noch Creglingen, Weikersheim und Bad Mergentheim ein kreiseigenes Tanklöschfahrzeug. Kurz nach Erhalt des Fahrzeuges konnte dieses sehr wirksam bei einem Großbrand in Pfitzingen am 27. September 1969 eingesetzt werden. Unter Mithilfe der MHZ–Werkfeuerwehr wurde damals der Brand sehr schnell unter Kontrolle gebracht. Ein wesentlicher Abschnitt in der technischen Entwicklung der Feuerwehr Niederstetten bildete 1971 die Beschaffung von Funkmeldeempfängern. Zunächst wurden zwölf Funkmeldeempfänger und drei Handsprechfunkgeräte (4m Band) im Rahmen des Landesförderprogrammes Hohenlohe, mit besonders hohen Zuschüssen des Landes für Feuerwehren in dieser Region, angeschafft. Durch die Anschaffung wurde ein Übergang von der Sirenenalarmierung zur „Stillen Alarmierung“ ermöglicht und somit die Lärmbelastung der Bevölkerung, vor allem in den Nachtstunden, reduziert. 1972/73 erfolgte im Rahmen der Kommunalreform der freiwillige Zusammenschluß mit den 9 Orten Adolzhausen, Herrenzimmern, Oberstetten, Pfitzingen, Rinderfeld, Rüsselhausen, Vorbachzimmern, Wermutshausen und Wildentierbach, wodurch natürlich auch die Feuerwehren der bisher Selbständigen Teilorte in die Gesamtfeuerwehr Niederstetten übergingen.
Am 30.März 1974 wurde Kommandant Keppler in einer Feierstunde durch Bürgermeister Kurt Finkenberger verabschiedet. Willy Keppler trat, nach Erreichung der Altersgrenze und 40jährigem aktiven Feuerwehrdienst, davon 25 Jahre als Kommandant, in den Ruhestand. Auf Empfehlung des Feuerwehrausschusses wurde Kommandant Keppler zum Ehrenkommandant ernannt. Die Stadt Niederstetten, die nach Abschluss der Gemeindereform nunmehr neun Umlandgemeinden eingegliedert hat, ist wesentlich größer geworden. Ebenso die Feuerwehr, die jetzt über zehn Feuerwehrabteilungen mit insgesamt 362 Feuerwehrmännern verfügt. Bei den anschließend an die Verabschiedung von Kommandant Keppler durchgeführten Neuwahlen musste erstmals ein Gesamtkommandant für alle zehn Feuerwehrabteilungen bestimmt werden. Gewählt wurde der seitherige stellvertretende Kommandant Jürgen Pässler aus Niederstetten. Seine Aufgabe war es, die Gesamtfeuerwehr Niederstetten aus zehn Einzelfeuerwehren zu einer Feuerwehr zusammenzufügen, mit guter Kameradschaft, Sinn für das gesamte Brandschutzwesen der Stadt und der Bereitschaft, sich dem Wohle aller unterzuordnen. Eine Aufgabe, die viel Fingerspitzengefühl verlangte, denn aus den ehemals eigenständigen Feuerwehren der neun Niederstettener Stadtteile waren nun Feuerwehrabteilungen ohne eigene Entscheidungsgewalt geworden. Hier galt es zunächst, Vorurteile ab- und eine vertrauensvolle Basis aufzubauen. Der Aufbau erfolgte unter drei Gesichtspunkten: Aus- und Fortbildung, technische Voraussetzungen (Geräte und Fahrzeuge, Unterbringung und Pflege, persönliche Ausrüstung) sowie Organisation und Kameradschaftspflege. Auf die Ausbildung legte der neue Kommandant zunächst besonderes Augenmerk, denn: „Nur ein gut ausgebildeter Feuerwehrmann kann im Ernstfall auch ein guter Feuerwehrmann sein.“ So war Niederstetten eine der ersten Feuerwehren im Land, die eine zentrale Grundausbildung aller Feuerwehrangehörigen in der Mutterabteilung einführte. Alle Feuerwehrmänner wurden erstmals am selben Gerät in der Stützpunktwehr ausgebildet. Dadurch wurde im Laufe der Zeit auch das Zusammengehörigkeitsgefühl gefördert.
Neben den Bemühungen um eine zeitgerechte und moderne Ausbildung der Feuerwehrmänner, galt es im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Stadt Niederstetten die Ausrüstung im persönlichen und technischen Bereich zu vervollständigen. So konnte schon im Juni 1974 ein weiteres Großfahrzeug, ein LF 16–TS (Löschgruppenfahrzeug der Klasse 16 mit einer im Heck eingeschobenen Tragkraftspritze TS 8/8) mit einem Gesamtgewicht von 12 Tonnen, beschafft werden. Das LF 8 wurde wurde daraufhin ausgemustert. Die beiden Großfahrzeuge TLF 16 und LF 16-TS wurden ebenfalls im selben Jahr erstmals mit Funk ausgerüstet, wodurch die Einsatzführung wesentlich verbessert wurde. Aufgrund der beengten Verhältnisse im Rathaus musste das LF 16-TS in der Weingärtnergenossenschaft am Schloßberg untergebracht werden. Das bedeutete das einige Kameraden bei Alarm ans Rathaus liefen um die dortigen fahrzeuge zu besetzen und mindestens ein Fahrer zur Weingärtnergenossenschaft um das Löschgruppenfahrzeug zu holen.
Durch ihre moderne und vorbildliche Ausrüstung, sowie dem hervorragenden Ausbildungsstand der Wehrmänner, wurde die Feuerwehr Niederstetten durch einen Beschluss des Regierungspräsidiums Stuttgart zum Vollstützpunkt ernannt. Im neuen Main–Tauber–Kreis gab es nun künftig fünf Stützpunktwehren. Es waren dies von Süd nach Nord: Niederstetten, Weikersheim, Bad Mergentheim, Tauberbischofsheim, Wertheim.
Niederstetten war aber auch von 1972 bis 1984 Sitz einer überörtlichen Einrichtung der Feuerwehr. In Niederstetten befand sich die Filmbildstelle der Feuerwehren im Regierungsbezirk Stuttgart (später Landesfilmbildstelle Baden-Württemberg), deren Leiter der neue Kommandant Jürgen Pässler war. Von Niederstetten aus wurden die Feuerwehren des ganzen Landes Baden-Württemberg sowie der Nachbarbundesländer mit Lehr- und Ausbildungsfilmen versorgt. Des Weiteren wurde von Jürgen Pässler die Filmstelle der Feuerwehren des Main–Tauber–Kreises (Bezirk Süd) geleitet. Er hielt Filmabende bei den Feuerwehren ab und bannte auch einige Ereignisse des Feuerwehrgeschehens auf Film und Foto.
Im Jahre 1975 konnte die Freiwillige Feuerwehr Niederstetten ihr 125jähriges Bestehen mit einem großen Festprogramm begehen. Verbunden war das Jubiläum mit dem Kreisfeuerwehrtag des Kreisfeuerwehrverbandes Main–Tauber–Süd.
Durch eine lang anhaltende Trockenperiode im Frühjahr/Sommer 1976 musste die Feuerwehr Niederstetten sehr viele Einsätze bewältigen. Den Feuerwehrangehörigen, die teilweise zwischen den Einsätzen nicht einmal mehr aus den Stiefeln kamen, wurde in dieser Zeit sehr viel abverlangt. Hier ein Auszug aus den Einsätzen dieses Jahres: von März bis April 1976 acht Brandeinsätze, von Mai bis Juni 1976 vier Brandeinsätze. Allein am 15. Juli 1976 fünf Brandeinsätze, am 16. Juli 1976 ein Großbrand in Wermutshausen, am 17. Juli 1976 zwei Brandeinsätze und am 6. August 1976 ein Großbrand in Vorbachzimmern.
Bedingt durch die beiden großen Löschfahrzeuge der Feuerwehr, sowie der AL 18 (Anhängeleiter mit 18m Steighöhe) und das weitere technische Gerät, wurde das Feuerwehrmagazin im Rathaus zu klein. Außerdem wurde dieser Platz für die Stadtverwaltung dringend benötigt. Ein neues Feuerwehrgerätehaus wurde geplant. 1976 konnte die Feuerwehr einen gebrauchten Ford Transit erwerben, den einige Kameraden in Eigenarbeit umlackierten und zum Mannschaftstransportwagen (MTW) umbauten. 1977 konnte das nach neuesten Erkenntnissen gebaute Feuerwehrgerätehaus mit 4 Fahrzeugboxen in der Frickentalstraße 7 eingeweiht werden. Nun war es erstmals möglich alle Fahrzeuge und Geräte zentral unterzubringen. Bisher waren Fahrzeug und Gerät an verschiedenen Plätzen in Niederstetten verteilt, so stand zum Beispiel das Löschgruppenfahrzeug LF 16–TS in der Weingärtnergenossenschaft am Schloßberg. Auch die Aus- und Fortbildung wurden durch die neuen Räumlichkeiten sehr gefördert, konnte man doch endlich einen großen und modernen Lehrsaal sein eigen nennen. Die Feuerwehrangehörigen mussten sich nun auch umgewöhnen, denn nun hatte jeder einen Spind in dem seine persönliche Schutzausrüstung untergebracht wurde.
Bedingt durch den immer häufiger werdenden Einsatz im Bereich von Verkehrsunfällen mit technischer Hilfeleistung und der Rettung von eingeklemmten Personen war es 1978 notwendig geworden, ein hydraulisches Rettungsgerät mit Rettungsschere und Spreizer zu beschaffen. Mit diesem Gerät konnten nun die, nach einem Verkehrsunfall in ihren Kraftfahrzeugen eingeklemmten Personen, schneller befreit werden. Am 22. Mai 1978 brach über Niederstetten ein schweres Unwetter mit sintflutartigen Regenfällen im Bereich Streichental, Rinderfeld, Wildentierbach herein. In Wildentierbach entzündete der Blitz ein landwirtschaftliches Anwesen. Durch die starken Regenfälle kam ein, in diesen Ausmaßen nie für möglich gehaltenes, Hochwasser von Streichental her und überflutete Rinderfeld und die unteren Ortsteile von Wildentierbach. Die Stützpunktwehr Niederstetten und ihre neun Abteilungen waren bis an den Rand ihrer Leistungskraft gefordert um sowohl den Großbrand zu bekämpfen, als auch dem Hochwasser Herr zu werden.
In den Jahren 1978 und 1979 bereitete die geringe Personalstärke der tagsüber in Niederstetten anwesenden Feuerwehrmänner großes Kopfzerbrechen. Nach einigen Überlegungen und Beratungen mit dem Feuerwehrausschuss beschloss man, eine Frauengruppe ins Leben zu rufen, die die Lücke bei tagsüber zu bewältigenden Einsätzen schließen sollte. Darüber hinaus wurde die Gründung einer Jugendfeuerwehr beschlossen, die den Nachwuchs in der Feuerwehr sichern sollte. Im Mai 1979 erfolgte im Rahmen eines „Tag der offenen Tür“ die Gründung der beiden Gruppen. Am Gründungstag meldeten sich spontan sieben Niederstettener Bürgerinnen zur Mithilfe in der Feuerwehr. Die Jugendfeuerwehr konnte sogar über 30 jugendliche Gründungsmitglieder im Alter zwischen 14 und 18 Jahre verzeichnen. Beide Gruppen haben sich bewährt und sind bis auf den heutigen Tag fester Bestandteil der Feuerwehr Niederstetten. Leider finden sich jedoch immer weniger junge Frauen bereit Dienst in der Feuerwehr zu tun, so dass die Frauengruppe 1999 nur noch aus 3 Gründungsmitgliedern und 2 Feuerwehrfrauen bestand.
Am 21. Juli 1984 brachte eine Hochwasserkatastrophe schlimmsten Ausmaßes den mittleren Main–Tauber–Kreis zwischen Boxberg, Tauberbischofsheim und Königheim in arge Not. Durch starke und langanhaltende Regenfälle brach ein Rückhaltedamm in Königheim und begrub alles unter Wasser und Schlamm. Das Landratsamt gab Katastrophenalarm. Auch die Feuerwehr Niederstetten war tagelang in dem betroffenen Gebiet im Einsatz um Keller leer zu pumpen, Kadaver zu bergen und Straßen zu säubern. Man arbeitete teilweise bis zur völligen Erschöpfung um den in Not geratenen Menschen und Tieren zu helfen. Als Dank für die erbrachte Hilfe erhielt die Feuerwehr die nebenstehende Urkunde des Landes Baden-Württemberg.
Im Jahre 1985 wurde der 1976 beschaffte Ford Transit durch einen neuen MTW auf Fiat Ducato Fahrgestell ersetzt. Das neue Fahrzeug enthielt, erstmals im südlichen Main–Tauber–Kreis, eine Polylöschanlage mit 100 Liter Wasser/Schaumgemisch zur Bekämpfung von Kfz–Bränden und wurde mit einer neu entwickelten Tagesleuchtfarbe lackiert. Des Weiteren wurde in das Fahrzeug ein motorgetriebenes, hydraulisches Rettungsgerät mit Rettungsschere und Spreizer integriert. Somit konnte das Fahrzeug, neben der eigentlichen Funktion des Mannschaftstransports, bei Verkehrsunfällen als schnelles Vorrausfahrzeug genutzt werden.
Ein weiteres Fahrzeug beschaffte die Feuerwehr im Mai 1987, einen Schlauchwagen Typ SW 1000 auf einem Mercedes Fahrgestell. Durch die über 1000 Meter fest zusammengekuppelten B-Feuerwehrschläuche ist es nun möglich eine Wasserförderung über lange Wegstrecken zu einem Brandobjekt in kürzester Zeit, ohne hohen personellen Aufwand, zu bewältigen. das Fahrzeug wird lediglich mit 2 Kräften bedient. Die Schlauchleitung ist in mehreren Schubladen im Heck untergebracht und wird, während langsamer Fahrt des Fahrzeuges, verlegt.
Am 15. März 1988 hatte die Feuerwehr einen schlimmen Großbrand zu bekämpfen, es brannte die große Scheune mit Stallung der Stegmühle in Oberstetten. Sogar die Heeresflugplatzfeuerwehr, die MHZ – Werkfeuerwehr und die Feuerwehr aus Weikersheim wurden angefordert um der Lage
Herr zu werden. Noch tagelang war die Feuerwehr Niederstetten mit Aufräum- und Nachlöscharbeiten beschäftigt. Während dieser Arbeiten wurde am 16. März 1988 die Feuerwehr Niederstetten zu fünf Hochwassereinsätzen gerufen. Über einen Mangel an Einsätzen konnten sich damals die Feuerwehrangehörigen nicht beklagen. Dies führte sogar dazu, dass manche Arbeitgeber kräftig zu murren anfingen, weil ihnen das Personal bei der Arbeit fehlte.
Aber auch erfreuliches gab es im Jahr 1988 zu berichten. Das nun über 20 Jahre alte Tanklöschfahrzeug konnte im Dezember 1988 durch ein neues, moderneres Fahrzeug ersetzt werden. Da sich die Tagesleuchtfarbe am MTW bewährt hatte, wurde auch das Tanklöschfahrzeug in dieser Farbe lackiert. So besaß die Feuerwehr Niederstetten zu Beginn des Jahres 1989 insgesamt 4 Fahrzeuge und eine Anhängeleiter AL 18, eine Ausrüstung in Millionenwert, aber in dieser Größenordnung auch notwendig, um all die Gefahren die täglich, auch in einer Kleinstadt wie Niederstetten, auftreten können, wirksam und professionell bekämpfen zu können. Das rechte Bild entstand bei der Übergabe des Fahrzeuges.
Immer häufiger und immer schwieriger werden die Einsätze und im Bereich Umweltschutz kommen täglich neue Aufgaben und Anforderungen auf die Feuerwehr zu. Als „Mädchen für alles“ ist die Feuerwehr schnell zur Stelle wenn ein Bürger Hilfe benötigt, aber längst nicht mehr nur zum Feuer löschen, wie noch vor 150 Jahren, sondern von der technischen Hilfeleistung bei einem Verkehrsunfall bis zum Gefahrstoffunfall, von der Erstversorgung verletzter oder erkrankter Bürger bis zur Tierrettung, umfasst das Aufgabenspektrum der Feuerwehr.
Chronik Teil 3 1990 bis 2005
Im März 1989 gab Stadtbrandmeister Jürgen Pässler sein Amt nach 15 Jahren als Kommandant der Gesamtwehr Niederstetten in jüngere Hände ab. Auf Beschluss des Feuerwehrausschusses wurde er von Bürgermeister Finkenberger zum Ehrenkommandanten ernannt. Bei den Neuwahlen wurde Brandmeister Heinz Bader aus Sichertshausen als neuer Kommandant gewählt. Als sein Stellvertreter wurde der bisherige Amtsinhaber Bruno Käss wiedergewählt. In seiner noch jungen Amtszeit, er war gerade 3 Monate im Amt, hatte der neue Kommandant Heinz Bader auch schon den ersten Großbrand zu meistern. Bei einem Brand in einem landwirtschaftlichen Anwesen in Eichhof konnte, durch einen effektiven Löschmitteleinsatz, das Wohngebäude vor der Vernichtung durch das Feuer bewahrt werden. Anfang 1990 betrug die Personalstärke der Feuerwehr 283 Angehörige inklusive 10 Frauen und 21 Jugendlichen in der Jugendfeuerwehr. 1990 war auch das Jahr in dem die EDV Einzug hielt in die Feuerwehr. Um den immer höher werdenden verwaltungstechnischen Aufwand hinsichtlich Personal und Einsatzabwicklung bewältigen zu können, wurde ein Personalcomputer (286er) inklusive einer Feuerwehrverwaltungssoftware angeschafft. Für die Personalverwaltung und Datenpflege konnte Feuerwehrmann Oliver Käss gewonnen werden der nun als Sacharbeiter EDV tätig wurde. Im Dezember 1991 wurden dann gleich drei wichtige Satzungen für die Feuerwehr Niederstetten verabschiedet. Dies waren die Feuerwehrsatzung der Freiwilligen Feuerwehr
Niederstetten, die Feuerwehrentschädigungssatzung und die Feuerwehrgebührensatzung. Ebenso wurde 1991 die Altersabteilung vom Kommandant Bader und Ehrenkommandant Pässler ins Leben gerufen. Sie ist für alle Feuerwehrangehörigen gedacht, die älter sind als 55 Jahre und keinen aktiven Dienst mehr leisten wollen oder können, sich aber denoch mit der Feuerwehr verbunden fühlen. die Altersabteilung unterstützt die "Aktiven" bei Festlichkeiten und durch ihre Erfahrungen.
Am 16. Mai 1993 ging die Feuerwehr Niederstetten eine Partnerschaft mit den Freiwilligen Feuerwehren der Verwaltungsgemeinschaft Rodewitz/Kirschau im neuen Bundesland Sachsen ein. Ziel dieser Partnerschaft ist es, die Kameradschaft zwischen den Feuerwehren zu pflegen und der Austausch von Erfahrungen auf der feuerwehrtechnischen Ebene zu fördern. Den resultierenden Partnerschaftsvertrag unterzeichneten damals folgende Wehren: Rodewitz/Spree, Kirschau, Eulowitz, Crostau und Niederstetten. Es war für viele Kameraden der erste Besuch in den neuen Bundesländern und man ging mit vielen Eindrücken und Problemen die seit der Wende entstanden wieder nach Hause. Aber durch die gute Zusammenarbeit, vor allem mit der Feuerwehr Rodewitz, wurden für beide Seiten Lösungen und Ideen geboren die sich bis zum heutigen Tage bewährt haben. Das Jahr 1993 wurde in der Feuerwehrgeschichte berühmt als das Jahr des „Weihnachtshochwassers“. Es begann am 21. Dezember um 23:40 Uhr in Vorbachzimmern. Durch die ungewöhnlich milde Jahreszeit, Tauwetter und den seit Wochen anhaltenden Niederschlägen kam es im gesamten Stadtgebiet von Niederstetten zu Überschwemmungen. Die Feuerwehr Niederstetten hatte insgesamt 24 Einsätze innerhalb von 3 Tagen zu erledigen. Viele Bürger mussten sich selber helfen, da die Feuerwehren überlastet waren. Bis zum 27. Dezember 1993 leisteten 217 Feuerwehrmänner 3272 Arbeitsstunden bei den Einsätzen ab. Doch auch in der ersten Januarwoche blieb die Feuerwehr in Bereitschaft, den man stand im nördlichen Main–Tauber–Kreis kurz vor der Auslösung des Katastrophenalarmes.
Am 15.07.1994 traf ein Unwetter den Ortsteil Oberstetten, wo gerade Kommandant Bader und Gerätewart Woltersdorf die neue TS 8/8 übergaben und deren Funktion erklärten. Durch die gewaltigen Wassermassen kam es teilweise zu Erdrutschen. Zehn Häuser, hauptsächlich im Bereich der Talstraße, wurden durch eindringendes Wasser und Erdreich in Mitleidenschaft gezogen. Die Feuerwehr konnte sogleich die neue Pumpe einsetzen und war fast 15 Stunden mit Keller auspumpen und Säuberungsarbeiten beschäftigt. Das Jahr 1995 war ein sehr ruhiges Jahr für die Feuerwehr, jedoch gab es ein ganz besonderes Ereignis. Bürgermeister Kurt Finkenberger feierte sein 25jähriges Dienstjubiläum. Aus diesem Grund und zur Würdigung seiner Verdienste für den Brandschutz und das Feuerwehrwesen, wurde ihm die Ehrenmedaille des Deutschen Feuerwehrverbandes verliehen.
Der Feuerwehr–TÜV stellte im Jahr 1996 wegen Mängel am Leiterpark die Anhängeleiter AL 18 außer Dienst, somit ist man nun auf die Hilfe der Nachbarwehren angewiesen wenn es um Rettung aus größeren Höhen geht. Im Jahr 1997 gab es zwei Großeinsätze. Der erste im Juni, als in Wolkersfelden ein überhitzter Heustock ausgeräumt werden musste und der zweite Ende August 1997 in Vorbachzimmern wo ein Stall- und Lagergebäude bis auf die Grundmauern niederbrannte. Die Feuerwehr konnte jedoch verhindern, dass keines der in nur 5m Entfernung stehenden Nachbargebäude Schaden erlitt. 1997 war auch das Jahr in dem uns unsere langjährigen Untermieter, das Deutsche Rote Kreuz – Ortsverband Niederstetten, verließen und in ihr eigenes, neues Domizil an der Umgehungsstraße L1001 zogen. Einige Aktive machten sich unter der Leitung von Bruno Käss ans Werk und renovierten die bisher vom DRK genutzten Räume für die Jugendfeuerwehr die damit eigene Räumlichkeiten im Gerätehaus erhalten sollten. Diese Räume konnten jedoch erst im Jahr 1999 von der Jugendfeuerwehr bezogen werden, da man von März 1998 bis März 1999 eine Gruppe des Städtischen Kindergartens im Lehrsaal des Feuerwehrgerätehauses unterbrachte. Die renovierten Räumlichkeiten wurden in dieser Zeit hauptsächlich für Ausbildung, Fortbildung und Unterricht der aktiven Feuerwehrangehörigen genutzt. Die Aus- und Fortbildung wurde dadurch natürlich sehr stark eingeschränkt, jedoch konnte das Fortbildungsprogramm Erste–Hilfe für Feuerwehrmänner mit fast 100 Ausbildungsstunden planmäßig durchgezogen werden, lediglich neue Kurse wurden gestrichen. Im Jahr 1998 gab es wieder im August einen Großbrand in Vorbachzimmern, diesmal war die Brandursache ein Blitzschlag bei einem schwerem Gewitter. Das Stall- und Lagergebäude von Fam. Thorwarth brannte bereits beim Eintreffen der Feuerwehr in voller Ausdehnung und so konnte man nur noch die Nachbargebäude vor den Flammen schützen.
Die Feuerwehr erhielt 1998 einen moderneren Computer für die Verwaltungsarbeit. Erstmals kann man nun auch via Modem kommunizieren. 1999 geht die Feuerwehr Niederstetten zum ersten mal mit einer von Oliver Käss erstellten Homepage ins Internet und präsentiert sich dadurch weltweit. Auf dieser Homepage präsentiert sich die Feuerwehr und stellt ihre Arbeit vor, ebenso informiert sie den interessierten Internetbenutzer über unsere Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten und Attraktionen. In diesem Jahr konnte man auch wieder eine gebrauchte Anhängeleiter erwerben, so dass die Einsatzmöglichkeiten für Rettung und Brandbekämpfung verbessert wurden. Des Weiteren ist die Planungen für das neue Fahrzeug, ein Löschgruppenfahrzeug Typ (H) LF 16/12, im vollem Gange. Das alte Fahrzeug ist mit seinen fast 26 Jahren technisch total überholt und verkehrstechnisch auch nicht mehr sicher. Das neue Fahrzeug soll bis zum 150jährigen Jubiläum der Feuerwehr geliefert werden.
Sorgen macht vor allem der Rückgang der aktiven Mitglieder in der Feuerwehr, waren es 1990 noch 74 Mitglieder in der Stützpunktwehr, so versehen 1999 gerade noch 57 Mitglieder ihren Dienst in unserer Wehr. Obwohl die Arbeit in der Feuerwehr interessant und abwechslungsreich ist, fällt es schwer junge Bürgerinnen und Bürger zu finden, die bereit sind ihre Freizeit zu opfern, um anderen zu helfen und dem Gemeinwohl zu dienen. Dies wird eine Aufgabe sein, die man im neuen Jahrtausend bewältigen muss. Erstmals wurde vom Feuerwehrausschuss ein Feuerwehrbedarfsplan aufgestellt und dem Gemeinderat vorgelegt bei dem die Ausstattung und Problematik der Feuerwehr erläutert wurde und Lösungsvorschläge zu Verbesserung des Feuerwehrwesens in der Gemeinde bis ins Jahr 2010 gemacht werden.
Am 24. und 25 Juni 2000 fand das 150jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Niederstettenstatt. Am Festabend präsentierte die Feuerwehr den geladenen Gästen auf der Freilichtbühne im Tempele die Entwicklung der Feuerwerhr in den150 Jahre in kleinen Darbietungen. Für die Jugend wurde ein Rockkonzert mit "Fire-Show" durchgeführt. Hauptpunkt war an diesem Wochenende die Durchführung des Kreisfeuerwehrtages, sowie die Übergabe des neuen HLF 20/16 an die Stützpunktwehr. Von der Stadtverwaltung erhielt die Feuerwehr zum Jubiläum ein neues eigenens Logo in der bekannten N-Form. Auch alle Gewerbetreibenden unterstützten die Feuerwehr, so waren alle Schaufenster einen Monat lang mit dem Thema Feuerwehr dekoriert und fast alle Gewerbetreibende und Industriebetriebe finanzierten die Festschrift zum Jubiläum. Ein großer Umzug am Sonntag mit Feuerwehrangehörigen aus dem gesamten Main-Tauber-Kreis und historischen und modernen Feuerwehrfahrzeugen rundete die Feierlichkeiten ab.
Im Jahr 2001 musste der bisherige Mannschaftstransportwagen auf Fiat Ducato Fahrgestell nach 16 Jahren (Baujahr 1985) aufgrund technischer Mängel aus dem Dienst genommen werden, dafür wurde ein neues Fahrzeug auf einem VW LT 35 Fahrgestell beschafft.
Das neue Fahrzeug dient als Einsatzleitwagen, mit erweiterter Ausrüstung für Brandbekämpfung, technischer Hilfeleistung und medizinischer Erstversorgung. Da die Feuerwehr bis dato auch zu medizinischer Erstvorsorgung alarmiert wurde, um das behandlungsfreie Intervall bis zum Eintreffen eines Rettungswagens und Notarzt zu überbrücken.
Im März 2004 gab Stadtbrandmeister Heinz Bader sein Amt als Kommandant nach 15 Jahren in jüngere Hände ab, bei der 30. Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Niederstetten wurde sein bisheriger Stellvertreter, Oberbrandmeister Oliver Käss, mit 96% der Stimmen gewählt. Heinz Bader wurde nach 15 Jahren Dienst als Kommandant zum Ehrenkommandanten ernannt.
Im Jahr 2004 wurde dann der Feuerwehrbedarfsplan durch den neuen Kommandanten und dem Gesamtfeuerwehrausschuss überarbeitet, nachdem die Fahrzeuge in der Stützpunktwehr soweit modernisiert wurden, sollen nun die Abteilungen modernisiert werden. Die bisherigen Tragkraftspritzenanhänger sind zwischen 35 und 40 Jahre alt und entsprechen nicht mehr dem heutigen Standard. Zudem sollen die Abteilungen beweglicher gemacht werden um auch im gesamten Gemeindegebiet bei Einsätzen unterstützen zu können. Hierfür müssen auch geeignete Unterbringungsmöglichkeiten, sprich Feuerwehrgerätehäuser, geschaffen werden. Zudem soll der Schlauchwagen in Oberstetten stationiert und für die Stützpunktfeuerwehr ein entsprechendes Ersatzfahrzeug beschafft werden, ebenfalls ist nach dem Wegfall der AL 18 eine DLK18/12 vorgesehen. Der neue Feuerwehrbedarfsplan soll dann nach Erstellung im Jahr 2005 dem Gemeinderat vorgestellt werden.
Chronik Teil 4 2005 bis 2019
Im Jahr 2005, wurde der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat der 2. Feuerwehrbedarfsplan vorgestellt. Er sah vor die Stationierung des bisherigen MTW der Sützpunktwehr auf die Abteilung Vorbachzimmern, die Ertüchtigung des SW 1000 mit 2 Atemschutzgeräten und Ausstattung für eine Löschstaffel und anschließende Stationierung in der Abteilung Oberstetten. Hierfür muss jedoch erst das bisherige Gerätehaus in Oberstetten erweitert werden, um die Unterbringung zu ermöglichen. Desweiteren die Anschaffung eines Gerätwagen Logisitik 1 für die Stützpunktwehr um die Unterstützungsmöglichkeiten zu verbessern. Ebenso war geplant die Anschaffung einer DLK 18/12 für die Stützpunktwehr um den Wegfall der AL 18 zu kompensieren. Anschließend sollten die restlichen Abteilungen nach und nach ertüchtigt werden. Statt der Tragkraftspritzenanhänger sollen Tragkraftspritzenfahrzeuge mit Wassertank stationiert werden, die Unterbringung in kleinen Feuerwehrgerätehäusern ist ebenfalls eingeplant. Aufgrund der Finanzsituation der Gemeinde wurden jedoch die Beschaffung der DLK 18/12 und die Ertüchtigung der Abteilungen bis nach 2010 verschoben.
Im Jahr 2007 war es dann so weit, der neue Gerätewagen-Logistik wurde in Dienst gestellt, der damalige Abteilungskommandant Paul Bailey konnte aus den Händen von Bürgermeister Rüdiger Zibold die Schlüssel entgegennehmen. Ebenso wurden in diesem Jahr die alten handbetätigten Falttore im Gerätehaus Niederstetten durch moderne elektrisch betätigte Rolltore ersetzt. Viele Stunden an Eigenleistung der Feuerwehrangehörigen machten beide Projekte möglich. An Einsätzen in 2007 waren es nur 16, wobei die Beseitigung von Unwetterschäden am 18.01.2007 durch den Sturm „Kyrill“ der größte Einsatz war; hier gab es insgesamt 5 Einsatzstellen im Stadtgebiet mit umgestürzten Bäumen und kleineren Gebäudeschäden. Ein Teil der Führungskräfte unterstützen den Kreisbrandmeister im Führungsstab des Main-Tauber-Kreises.
Im Jahr 2008 wurden die Gefährdungsbeurteilung für die PSA (persönliche Schutzausrüstung) überarbeitet. Dazu setzten sich die Kommandanten von Creglingen, Niederstetten und Weikersheim zusammen und beschlossen ihren Stadtverwaltungen ein Konzept zur gemeinsamen Beschaffung von Schutzbekleidung vorzulegen, um preislich bessere Konditionen zu bekommen und damit Geld einzusparen. Dies wurde auch so umgesetzt.
Im Jahr 2009 wurde nach Umbau des Feuerwehrgerätehauses in Vorbachzimmern, der MTW auf VW-Fahrgestell von der Stützpunktwehr in Vorbachzimmern stationiert, damit war nun die zweite Abteilung mobil und konnte bei größeren Einsätzen zumindest personell unterstützen. Kommandant Käss wurde in der Hauptversammlung mit 97% der Stimmen wiedergewählt. Zudem wurde durch den Kommandanten und dem Gesamtfeuerwehrausschuss der Feuerwehrbedarfsplan überarbeitet, damit dieser der Verwaltung und dem Gemeinderat in 2010 vorgelegt werden kann. Immer noch offen ist die Stationierung einer Drehleiter als Ersatz für die AL 18, sowie die Mobilisierung der anderen Abteilungen, um bei Einsätzen sich gegenseitig zu unterstützen. Einhergehend ist auch der Mängelbericht der UKBW die schwerwiegenden Mängel an Platz in Umkleiden und Fahrzeugbereich, unzureichende Parkplätze und gefährliche Ausfahrt beim Feuerwehrgerätehaus in Niederstetten aufzeigte. Größter Brandeinsatz war 2009 der Brand eines PKW in einer Tiefgarage in der Heyerbergstraße am 06.01.2009 bei der auch die Abteilung Oberstetten unterstützte. Hier hatte man neben der Brandbekämpfung und Evakuierung der Wohneinheiten auch mit gefrierendem Löschwasser zu kämpfen.
Im Jahr 2010 wurden der Feuerwehr keine Mittel im Vermögenshaushalt bereitgestellt, wodurch vor allem keine Dienstbekleidung beschafft werden konnte, einige Gerätschaften musste man in der Beschaffung zurückstellen, bzw. auf das Jahr 2011 verschieben und die Jugendfeuerwehr musste mit einer kompletten Nullrunde auskommen. Zudem wurde im März 2010 der neue Feuerwehrbedarfsplan der Verwaltung und dem Gemeinderat vorgestellt. Bei der Vorstellung war auch der damalige Kreisbrandmeister Alfred Wirsching dabei, der ausdrücklich die Verwaltung und den Gemeinderat ermahnte ihre gesetzlich übertragenen Pflichtaufgabe eine Feuerwehr aufzustellen, auszurüsten und zu unterhalten nachkommen muss und dies im vorgegebenen Rahmen des Landes Baden-Württemberg, auf dem der vorgelegte Bedarfsplan des Kommandanten basiert. Der Beschluss des Feuerwehrbedarfsplans wurde dennoch vertagt, es sollen hier nochmals Detailüberprüfung stattfinden, auch eine Erweiterung des bestehenden Feuerwehrgerätehauses Niederstetten wird laut Verwaltung und Gemeinderat die nächsten Jahre nicht möglich sein.
Kurios war der Einsatz am 13.01.2010 im Ortsteil Heimberg, hier wurden 28 Schweine aus einer Güllegrube gerettet. Im April und Mai hatte man es mit einer Serie von Brandstiftungen zu tun, insgesamt 3mal schlug der Brandstifter zu, bis er ermittelt werden konnte. Zwei Holzschuppen, ein Strohballenlager und eine Scheune wurden dabei zerstört. Der größte Brandeinsatz war am 27.06.2010 einen Scheunenbrand mit Stallungen in Oberstetten, bei dem man das Wohnhaus und eine Maschinenhalle retten konnte. Auch alle Tiere konnten unversehrt gerettet werden. Allerdings hatte man mit einigen Schwierigkeiten bei diesem Brand zu kämpfen. Zum einen wurden, durch den Abbrand der Photovoltaikanlage auf dem Scheunengebäude, brennende Kunststoffteile bis in die Ortsmitte getragen und verursachten kleinere Folgebrände, zum anderen hatte man Probleme mit der Funkkommunikation und der Wasserversorgung und schließlich machten die Witterungsverhältnisse mit strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von über 31 Grad Celsius den Einsatzkräften zu schaffen. Insgesamt waren 126 Feuerwehrangehörige eingesetzt. Neben den Abteilungen Oberstetten, Niederstetten, Wildentierbach und Vorbachzimmern unterstützte uns der Löschzug aus Weikersheim, die Heeresflugplatzfeuerwehr Niederstetten und der DRK Ortsverband Niederstetten. Am 27.08.2010 rückte die Feuerwehr zu mehreren Einsätzen infolge Sturmschadens aus. Eine Windhose war von der B290 über das Vorbachtal und Wermuthausen gezogen und hinterließ eine Schneise der Zerstörung. Vor allem in Vorbachzimmern auf der L1001 und im Neubaugebiet. Hier wurden bei 2 Wohnhäusern die Bedachung beschädigt. Die Feuerwehr beseitigte umgestürzte Bäume und Äste auf der B290, der L1001 und mehreren Kreisstraßen und sicherte die Dächer der Häuser in Vorbachzimmern provisorisch.
Im Feuerwehrausschuss wurde in 2011 (nochmalige Überarbeitung) ein neuer Feuerwehrbedarfsplan erstellt, der die Ausstattung der Feuerwehr unter Berücksichtigung der Gefahrenanalyse und des Personals für die nächsten zehn bis 15 Jahre regeln soll. Eine Modernisierung der Feuerwehr, vor allem in den Ortsteilen wird darin empfohlen. Die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses, sowie die Beschaffung einer Drehleiter wurden gestrichen. Dieser wurde dem Gemeinderat in einer Sondersitzung vorgestellt und im November 2011 verabschiedet. Somit kann nun in die Detailplanung zur Modernisierung des Feuerwehrwesens in Niederstetten übergegangen werden. Der Feuerwehrbedarfsplan ist auch eine wichtige Grundlage, um Fördermittel des Landes für die Gemeinde zu erhalten. Es sollen nun erstmal die Abteilung Adolzhausen, sowie Rinderfeld ertüchtigt werden durch den Bau von Gerätehäusern und die Stationierung von TSF-W´s, dies soll bis 2015 erfolgen.
Im Mai 2012 fand die Feuerwehr-TÜV-Prüfung statt. Dabei wurde vor allem das Alter der Tragkraftspritzenanhänger auf den Abteilungen bemängelt. Die Anhänger sind mittlerweile zwischen 42 und 48 Jahre alt. Auch die UKBW bemängelt die Unterbringung in der Hauptfeuerwache und den kleineren Standorten.
In 2013 wurde die Feuerwehr zu 31 Einsätzen alarmiert, fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Die größte Anschaffung im Jahr 2013 war eine Wärmebildkamera für die Stützpunktwehr, welche im Juli in Dienst gestellt wurde und bereits bei 5 Einsätzen ihren Dienst versah. Bisher war man immer auf die Kameras der Nachbargemeinden, wie Weikersheim oder Bad Mergentheim, angewiesen und musste deren Einsatz auch bezahlen. Des Weiteren wurde ein neuer MTW/KdoW auf Nissan Navara als Ersatz für den nun 30 Jahre alten MTW, der noch in Vorbachzimmern stationiert ist, und Ende 2013 ausgesondert werden soll, beschafft. Für das Fahrzeug, sowie den geplanten Bau des Feuerwehrgerätehauses in Adolzhausen waren eigentlich Zuschüsse aus Landesmitteln beantragt und eingeplant, allerdings erhielt man diese nicht. Auch andere Gemeinden gingen 2013 leer aus. Da es sich beim KdoW um ein Vorführfahrzeug handelte und das Preis-Leistungsverhältnis unschlagbar war, wurde das Fahrzeug ohne Landeszuschuss beschafft.
Für 2014 war der Bau eines Feuerwehrgerätehauses in Adolzhausen geplant. Hier soll ein bestehendes Gebäude umgebaut werden, da es in 2013 keine Mittel des Landes gab wurden diese nochmals beantragt. Ebenso wurden Landeszuschüsse zur Anschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeugen für die Abteilung Vorbachzimmern und ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank für die Abteilung Adolzhausen beantragt. Die Bewilligung durch das Land für die drei Maßnahmen wurde 2014 wieder nicht gewährt, damit muss man in 2015 erneut einen Antrag stellen. Nach einem Unwetter mit Hagel musste am 30.04.2014 die Abteilung Oberstetten ausrücken, um die Gully-Einläufe wieder freizubekommen sowie die Straßen frei zu räumen. Am 25. Und 26. Mai waren die Abteilungen Adolzhausen und Rüsselhausen nach einem Unwetter mit Starkregen im Einsatz, hier waren Straßen überschwemmt und Kanaldeckel durch die Wassermassen herausgedrückt worden. In Rüsselhausen sicherte man zudem die Kirche vor eindringendem Wasser mit Sandsackbarrieren. Am 29.10.2014 musste man, mit Hilfe der Drehleiter aus Weikersheim, einen Fallschirmspringer bei Dunzendorf aus einem Baum retten. Das 35jährige Jubiläum der Jugendfeuerwehr Niederstetten wurde am 13.09.2014 zum Anlass genommen eine Kindergruppe zu gründen, bei der sich spontan 12 Kinder im Alter zwischen 6 und 10 Jahren anmeldeten. Die Abteilungskommandanten und ihre Stellvertreter wurden mit Dienstuniformen nach neuer VwV des Landes ausgestattet. An der Hauptversammlung wurde der Kommandant Oliver Käss und sein Stellvertreter Georg Keim wiedergewählt mit über 90% der Stimmen.
2015 betrug die Personalstärke der Feuerwehr Niederstetten 294 Aktive in 10 Einsatzabteilungen, davon 17 weibliche Feuerwehrangehörige. In mittlerweile 5 der 10 Einsatzabteilungen versehen Frauen Feuerwehrdienst, positiv ist zu erwähnen die Abteilung Wermutshausen mit nun drei Damen im Einsatzdienst und die Abteilung Pfitzingen mit der ersten Frau in den Reihen. Die Abteilung Oberstetten mit 8 Frauen zählt weiterhin zu den im Landesdurchschnitt stärksten Abteilungen mit aktiven Feuerwehrfrauen. 2015 wurde die FFW Niederstetten zu 22 Einsätzen gerufen. Ein Großbrand in Pfitzingen am 03.02.2015 verlangte einiges an Kräfte und Zeitaufwand. Zuerst war ein gelöschtes Feuer gemeldet, so dass die Leitstelle nur die kleine Schleife der Stützpunktwehr alarmierte. Auf der Anfahrt war jedoch starke Rauchentwicklung zu sehen, so dass sofort vom Einsatzleiter weitere Kräfte angefordert wurden. Insgesamt waren 63 Einsatzkräfte aus Niederstetten mit 5 Fahrzeugen im Einsatz, zusätzlich die Flugplatzfeuerwehr sowie Kräfte aus Weikersheim mit der Drehleiter, dem Tanklöschfahrzeug und dem Logistikfahrzeug und von der Feuerwehr Markelsheim mit dem Löschgruppenfahrzeug und dem MTW die uns mit weiteren 27 Kräften unterstützten. Der Einsatz dauerte bis zum 04.02.2015 um 13:00 Uhr. Zu Nachlöscharbeiten rückte man dann nochmal am 05.02.2015 aus. Schwierigkeiten machte der Feuerwehr vor allem die lange Trockenheit von Frühjahr bis in den Herbst hinein. 4 Flächenbrände in der Gemeinde Niederstetten und ein Flächenbrand bei Neubronn, bei dem das Tanklöschfahrzeug zur Überlandhilfe von der Feuerwehr Weikersheim angefordert wurde, waren alle der Trockenheit geschuldet. Im November 2015 wurde, zusammen mit dem Landkreis Main-Tauber eine Erkundungsdrohne beschafft, welche nun Niederstetten stationiert ist. Sie dient zur visuellen Erkundung bei größeren Schadenslage, Flächenereignissen und Suchaktionen. Die Kosten beliefen sich hierbei auf 1.900 €, wobei 1.000 € vom Landkreis übernommen wurden. Damit hat der Main-Tauber-Kreis, das erste Drohnen-Team für die Feuerwehren, 4 Drohnen-Piloten wurden ausgebildet. Für den geplanten Bau des Feuerwehrgerätehauses in Adolzhausen erhielten wir 60.000 € und für das TSF der Abteilung Vorbachzimmern 27.500 € Zuschüsse aus Landesmitteln in 2015. Nach Ausschreibung wurde die Beschaffung des TSF im November 2015 durch den Gemeinderat beschlossen. Dieses wird bei der Firma Compoint in Forchheim gebaut, die Beladung liefert die Firma Barth aus Fellbach. Die Fertigstellung wird für Anfang Juli 2016 erwartet. Der Zuschuss für das geplante TSF-W für die Abteilung Adolzhausen wurde wiederum nicht gewährt, der Antrag wird im Januar 2016 nochmals gestellt. Der Feuerwehrbedarfsplan von 2010 wurde nach den Schwierigkeiten vor fünf Jahren und dem Mangel an Umsetzung nun extern an die Firma Forplan aus Bonn vergeben. Das Ergebnis wurde im November 2015 dem Gemeinderat vorgestellt, kurz davor schon dem Gesamtfeuerwehrausschuss. Es unterscheidet sich nur unwesentlich, von dem vom Gesamtfeuerwehrausschuss aus dem Jahre 2010 aufgestellten Bedarfsplan. Grundtenor bleibt, dass in Zukunft alle Abteilungen bei Einsätzen sich gegenseitig Unterstützen und enger zusammenarbeiten müssen. Dies ist nur möglich, wenn statt der Feuerwehranhänger entsprechende Tragkraftspritzenfahrzeuge beschafft und die Abteilungen mobilisiert werden. Die Unterbringung und die Gerätschaften auf den aktuellen Stand der Technik gebracht werden. Im Bereich der Ausbildung müssen wir lediglich verstärkt Atemschutzgeräteträger ausbilden, der Ausbildungsstand ist ansonsten auf einem guten Niveau. Die zukünftigen Einsatzbereiche West, Mitte und Ost unterstützen sich durch die neue Mobilität bei Einsätzen und kompensieren damit auch die Tagesverfügbarkeit von Einsatzpersonal. Bisher erreicht die Feuerwehr lediglich ein Schutzziel von 50% bei den Einsätzen, dies soll nach Beendigung der Maßnahmen 80% betragen. Bemessen wurde dies nach den Vorgaben des Innministeriums und den Qualitätskriterien für Feuerwehren im Land Baden-Württemberg. Mit der Beschaffung des TSF für Vorbachzimmern wird der Einsatzbereich Mitte weiter in seiner Schlagkräftigkeit gestärkt. Der Bau des Gerätehauses in Adolzhausen und die Stationierung eines TSF-W wird der erste Schritt im Ausrückbereich West sein. Diese Maßnahme soll bis 2017 abgeschlossen sein. Der nächste Schritt wird dann die Ertüchtigung des Ausrückbereichs Ost beginnend mit der Abteilung Rinderfeld, hier werden 2015 die Planungen beginnen. Vorbehaltlich der Finanzierung und der Zuschüsse soll die Umsetzung in den Jahren 2017/2018 erfolgen.
Im Berichtsjahr 2016 wurde die FFW Niederstetten 56mal alarmiert, zu insgesamt 49 Einsatzstellen. Ein Rekordjahr. Die meisten Einsätze waren in Folge des Starkregenereignisses am 28.05.2016. Alleine in dieser Nacht mussten 26 Einsatzstellen von den Einsatzkräften bewältigt werden. Hierbei waren neben der Stützpunktwehr auch die Abteilungen Adolzhausen, Oberstetten und Vorbachzimmern im Einsatz. Insgesamt waren beim Unwetter 73 Feuerwehrangehörige und 6 Fahrzeuge eingesetzt. Der Einsatzschwerpunkt lag hier im Bereich Oberstetten, Sichertshausen, Niederstetten, Adolzhausen. Es wurden insgesamt 8 Keller ausgepumpt, zahlreiche Sicherungsmaßnahmen mittels Sandsäcke wurden durchgeführt, sowie Geröll und Schlamm beseitigt. Am schlimmsten traf es jedoch den Hohenlohe-Kreis von Braunsbach bis Künzelsau. Bei einer Nachbesprechung des Unwetters in Künzelsau /Braunsbach am 09.07.2016, wurde durch den Deutschen Wetterdienst ausdrücklich nochmals darauf hingewiesen, dass sich die Zahl der extremen Wetterereignisse in den nächsten Jahren erhöhen wird. Die Feuerwehren haben sich für die Zukunft auf Starkregen, Stürme aber auch auf längere Trockenperioden und ihre Folgen einzustellen. Der Brand im Bildungszentrum am 12.03.2016 war das größte der 5 Brandereignisse in diesem Jahr. Insgesamt waren 27 Einsatzkräfte aus Niederstetten mit 5 Fahrzeugen im Einsatz. Zusätzlich die Feuerwehr aus Weikersheim mit der Drehleiter, dem Hilfeleistungslöschfahrzeug und dem Logistikfahrzeug die uns mit weiteren 18 Kräften unterstützten. Im Oktober 2016 konnte mit dem Umbau des Farenstall im Ortsteil Adolzhausen zum Feuerwehrgerätehaus begonnen werden. Ebenso konnte ein TSF mit Beladung Anfang Oktober für die Abteilung Vorbachzimmern in Dienst gestellt werden. Hier gab es jedoch Probleme, so wurde nach Prüfung durch den Feuerwehr-TÜV und der Prüfung der Auftragsunterlagen durch die Aufsichtsbehörde (RP Stuttgart) festgestellt, dass das Fahrzeug vom Hersteller auf ein falsches Fahrgestell aufgebaut wurde. Der Hersteller wird nun nachbessern und ein Fahrzeug auf einem Fahrgestell liefern, welches der DIN für TSF entspricht. Allerdings ist es nicht mehr das ursprüngliche 4to Fahrgestell von Ford, da dieses nicht mehr gebaut wird, sondern ein 4to Fahrgestell von Opel. Der Gemeinde entstehen dadurch keine weiteren Kosten. Das neue Fahrzeug TSF wird in den nächsten Wochen vom Hersteller aufgebaut und nach Fertigstellung gegen das bisherige Fahrzeug ausgetauscht. Der Zuschuss für das geplante TSF-W für die Abteilung Adolzhausen wurde auch 2016 nicht gewährt, der Antrag wurde im Januar 2017 nochmals neu gestellt. Ebenso wurden für 2017 Zuschussanträge für den Bau eines Feuerwehrgerätehauses in Rinderfeld, sowie ein TSF-W für die Abteilung Rinderfeld und ein Tanklöschfahrzeug für die Stützpunktwehr in Niederstetten gestellt.
2017 - Die Partnerschaft mit der Feuerwehr Rodewitz/Spree wurde nach über 20 Jahren beendet, die Feuerwehr Rodewitz ist in 2017 in die Feuerwehr Kirschau/Schirgiswalde integriert worden. Es bleiben aber die freundschaftlichen Beziehungen zu den Kameraden erhalten! Im Jahr 2017 konnte im Feuerwehrgerätehaus Niederstetten das Funksystem LARDIS eingebaut. Dies wurde erforderlich, da der Alarmgeber zur Alarmierung der Funkmeldeempfänger und Sirenen aus dem Jahr 1974 nicht mehr funktionierte. Das neue LARDIS-Funksystem kann diese Aufgabe miterledigen und bietet zudem nun eine Erweiterung auf bis zu 3 Funkarbeitsplätzen im Bedarfsfall, über das System kann auch telefoniert werden und es kann, bei Umstellung auf den Digitalfunk weitergenutzt werden, da die anlogen Funkgeräte nur durch die Digitalen ersetzt werden. Die Kosten beliefen sich auf rund 9.800€. Im Berichtsjahr 2017 wurde die FFW Niederstetten 22mal alarmiert. Ein normales Jahr im Gegensatz zu 56 Einsätzen im vorangegangen Jahr 2016. 3 Brandeinsätze -> Am 27.Januar Flächenbrand in Oberstetten im Gewann Reutal, am 28.02.2017 Überlandhilfe beim Großbrand in Creglingen, am 30.04.17 gab es einen Wohnungsbrand in Adolzhausen. Die Fertigstellung, bzw. der Einzug der Abteilung Adolzhausen in das neue Feuerwehrgerätehaus erfolgte am 15.10.2017. Ebenso konnte das TSF mit Beladung für die Abteilung Vorbachzimmern nach Wandlung durch den Hersteller im August 2017 abgeholt und in Dienst gestellt werden. Den Zuschuss für das geplante TSF-W für die Abteilung Adolzhausen wurde 2017 gewährt, die Ausschreibung wurde zu Beginn 2018 durchgeführt.
Im Berichtsjahr 2018 wurde die FFW Niederstetten 49mal alarmiert, ein sehr einsatzreiches Jahr. 8 Brandeinsätze, davon am 01.10.18 ein Großbrand einer Scheune in Heimberg, ein großer Feldbrand sowie mehrere kleinere Flächen- bzw. Böschungsbrände durch die Trockenheit. 26 Technische Hilfeleistungen, davon 7x mit Menschenrettung, am 07.10.2018 LKW abgestürzt am Frickentalplatz, 9x infolge Starkregen/Hochwasser am 04.01.2018, 7x infolge Sturms/Unwetter, 2x wegen Ölspur oder auslaufender Betriebsstoffe, ein Insekteneinsatz. Sowie 15 durch BMA oder Private Rauchmelder. Desweitern wurde die Abnahme des Leistungsabzeichens Baden-Württemberg am 14.07.2018 in Niederstetten durchgeführt, wir stellten leider keine Abnahmegruppe, aber wir bewirteten und organisierten die Veranstaltung für die Feuerwehren des Main-Tauber-Kreises. Den Auftrag für das TSF-W der Abteilung Adolzhausen erging nach einer zweiten Ausschreibung wegen Bietermangels an die Fa. BTG – Brandschutztechnik Görlitz zu einer Auftragssumme von 156.883,95€. Eine Rohbaubesprechung mit der Abteilung Adolzhausen fand im November 2018 statt. Für den Bau eines Feuerwehrgerätehauses in Rinderfeld, erhielt man die Fachförderung, allerdings wurden Ausgleichsstockmittel nicht bewilligt, dieser Antrag wurde nochmals für 2019 gestellt. Ebenfalls erhielt man die Fachförderung über 80.000€ für die Beschaffung eines Tanklöschfahrzeug 3000 für die Stützpunktwehr in Niederstetten. Den Zuschuss für ein beantragtes TSF-W für die Abteilung Rinderfeld erhielt man nicht. Dennoch konnte für die Abteilung Rinderfeld nach Rücksprache mit der Verwaltung und Zustimmung durch den Gemeinderat ein Fahrzeug beschafft werden. Im September 2018 hatte die Landesfeuerwehrschule Bruchsal ein TLF 8/18 auf Unimog-Fahrgestell abzugeben, man konnte das gebrauchte Fahrzeug zu einem Preis von 27.000€ erstehen und am 04.12.2018 abholen. Zur Überbrückung bis das TSF-W für Adolzhausen ausgeliefert wird, wird das TLF8/18 vorrübergehend dort stationiert! Das Ergebnis des Feuerwehr-TÜV im Oktober 2018 war nicht sehr vorteilhaft, 3 Tragkraftspritzenanhänger sowie 2 Pumpen sollen zeitnah ersetzt werden. Dies betrifft vor allem die Anhänger Adolzhausen, Streichental und Heimberg.
2019 wurde die FFW Niederstetten 33mal alarmiert, ein normales Einsatzjahr mit 8 Brandeinsätzen, 17 Technische Hilfeleistungen und 8mal gab es Alarm durch BMA oder Private Rauchmelder. Für alle Löschfahrzeuge und für die Tragkraftspritzenanhänger wurden in einer interkommunalen Beschaffungsmaßnahme mit den Gemeinden Bad Mergentheim, Igersheim, Niederstetten und Creglingen 19 Systemtrenner nach Trinkwasserschutzverordnung beschafft. Ebenso stellte man die Atemschutzgeräte von Normaldrucktechnik auf Überdrucktechnik um, dazu wurden neuere Atemmasken umgebaut und zusätzliche beschafft, sowie die passenden Lungenautomaten gekauft. Das Feuerwehrgerätehaus Rinderfeld ging von der Planungsphase in die Bauphase, die Erschließungsarbeiten wurden vergeben. Damit ist der erste Teil des Feuerwehrbedarfsplans im Einsatzbereich Ost begonnen, das Fahrzeug TLF 8/18 ist ja schon beschafft, der fehlende Mannschaftstransportwagen wurde in 2019 nicht bewilligt und ist nochmals zu beantragen! Mit Fertigstellung/Bezug wird Anfang 2021 gerechnet Beim HLF 20/16 war die Kreiselpumpe defekt und musste nach 20 Jahren Generalüberholt werden, dies war eine Sonderausgabe, ebenso musste die Hydraulik an der Ladebordwand des GW-L überholt werden, Kosten von insgesamt 13.500€. Das TSF-W Adolzhausen wurde im Oktober 2019 bei der Fa. BTG abgeholt und im November in Dienst gestellt, dazu erhielt die Abteilung noch einen Anhänger mit einem Rollcontainer mit 500m B-Druckschlauch. Dadurch ist nun der erste Teil der Umsetzung des Feuerwehrbedarfsplans im Einsatzbereich West abgeschlossen. Das TLF 3000 für die Stützpunktwehr wurde an die Firma Walser in Österreich vergeben, die Beladung kommt von der Firma Ziegler in Giengen, das Fahrzeug soll am 16. Oktober 2020 fertiggestellt sein. Eine Projektbesprechung erfolgte bereits im August 2019. Im Dezember erhielt man noch einen Zuschuss von 40.000€ für die Beschaffung eines TSF für die Abteilung Oberstetten vom RP bzw. LRA, hier läuft seit dem 27.01.2020 die Ausschreibung. Somit kann man die Komplettierung des Einsatzbereichs Mitte, vermutlich in 2021 abschließen!
Chronik Teil 5 2020 bis heute
2020 war dann das Jahr in dem die Corona-Pandemie zuschlug. Am 02.03.2020 konnte man noch ganz normal die Hauptversammlung abhalten, aber am 07.03.2020 mussten Kommandant und Stellvertreter in Quarantäne/bzw. häuslicher Absonderung, auch einige Aktive Kameraden waren betroffen. Die Führung übernimmt der ehemalige Stellv. Keim. Am 10.03.2020 Anweisung des Kreisbrandmeisters/LRA alle Aktivitäten der Feuerwehr sind erstmal bis zum 10. April 2020 einzustellen! Nur Einsätze sind erlaubt! In der Aussonderung organisiert der Kommandant von Zuhause die Führung neu. Es werden Schutzausrüstung für die Einsatzkräfte bereitgestellt und zusätzlich bestellt. Am 18.03.2020 endet die Quarantäne für den Kommandanten, in der Stadtverwaltung wird ein Krisenteam gebildet. Am 20.03.2020 erlässt die Landesregierung eine Notverordnung -> bei der Umsetzung wird die Stadtverwaltung unterstützt durch die Feuerwehr (Kontrollfahrten/Anbringung von Schildern) es beginnt am 21.03.2020 der Erste „Lockdown“ dieser geht bis zum 03. Mai. Der Übungs- und Ausbildungsbetrieb wird eingestellt bzw. auf Online-Ausbildung umgestellt. Zum 01.07.2024 kann nach Erstellung einer Hygienekonzeptes und den Vorgaben der Pandemie-Verordnung ein eingeschränkter Übungsbetrieb mit max. 10 Personen, die Wartungsarbeiten an den feuerwehrtechnischen Geräten sowie die Durchgänge in der Atemschutzstrecke wieder aufgenommen werden. Ebenfalls im Juli wird Material für die Online-Ausbildung beschafft (Videokameras, Software). Im August 2020 bekommt man die Teil-Baufreigabe für das Feuerwehrgerätehaus Rinderfeld. Die Baubesprechungen für das TLF 3000 müssen per Videokonferenz erfolgen, zur Präsenz-Rohbauabnahme dürfen nur zwei Personen zur Fa. Walser. Die Beladung des TSF für Oberstetten wird vergeben, um die Mehrwertsteuersenkung bis Ende 2020 auszunutzen und damit Geld einzusparen. Am 21.10.2020 wird abermals der Übungsbetrieb komplett eingestellt, da die Corona-Fallzahlen steigen, dieser geht bis ins Jahr 2021. Am 16.11.2020 kann man das TLF 3000 bei der Fa. Walser abholen, eingeschränkt waren hier zur Abnahme und Einweisung Kommandant Käss und Maschinist Bender, sowie Herr Kahle vom begleiteten Ingenieurbüro. Geplant waren eigentlich 2 Tage, Aufgrund des Lockdowns in Österreich musste man aber noch am selben Tag bis 23:59 Uhr das Land verlassen, man schaffte die Abnahme in 13 Stunden von 7-20 Uhr durchzuziehen und war dann um 23:40 Uhr mit dem neuen Fahrzeug in Niederstetten. Ebenfalls im November bekam man noch die Förderung für einen MTW. Der Gemeinderat beschließt im Dezember 2020 die Vergabe in einer gemeinsamen Beschaffung mit der Gemeinde Creglingen. Insgesamt waren im Corona-Jahr 2020 27 Einsätze zu bewältigen.
In 2021 begann man mit der Online-Ausbildung Truppführer, auch die Einweisungen und Übungsdienste werden Online durchgeführt, die Hauptversammlung und Abteilungsversammlungen werden verschoben, 20% der Feuerwehrangehörigen sind geimpft. Im April wird im KULT eine Corona-Teststation eingerichtet, die Feuerwehr unterstützt diese Maßnahme Personell mit 14 Feuerwehr-angehörigen die sich zu „Testern“ ausbilden lassen, dies geht bis Oktober 2021. Am 15.07.2021 trifft das Ahrtal eine Hochwasserkatastrophe, aber auch Niederstetten hat in der Zeit vom 10.06 bis 15.07 mit 3 schweren Gewittern und den Folgen zu kämpfen. Einführung der 3G-Regeln auch für Übungen, Ausbildungen und Versammlung, zusätzlich ein Hygienekonzept, damit wird eine Grundausbildung im September 2021 möglich. Einführung des Digitalen BOS-Funk – Vorbereitungen laufen ab September 2021. Feuerwehrbedarfsplanung geht weiter, Feuerwehr-TÜV 2021 kommt Mitte Oktober. 18.11.2021, Neue Corona-VO des IM. Fallzahlen sind so hoch, dass der Dienstbetrieb der Feuerwehr wiederum eingestellt werden muss. -> es gilt dasselbe wie im Jahr 2020, Lehrgänge an der LFS werden eingestellt, bzw. auf Online-Lehrgänge wieder umgestellt. Die Abteilungskommandanten werden entsprechend informiert. 20.12.2021 Neue Corona-VO des IM wegen Omikron-Variante. Mannschaftsstärke im Fahrzeug wird wieder reduziert. Feuerwehrangehörige müssen nach dem Einsatz einen Corona-Antigentest machen. Empfohlen wird das nur vollständig Geimpfte oder Genesene in den Einsatz gehen. Es wird für den Landkreis ein Notfallplan entwickelt, um nicht einsatzfähige Feuerwehren zu unterstützen. Dies geht bis März 2022. Mittlerweile ist die Bodenplatte am Feuerwehrgerätehaus in Rinderfeld fertiggestellt, die Ausbauplanung ist abgeschlossen. Insgesamt 45 Einsätze waren im 2. Corona-Jahr zu verzeichnen, dabei wurden 21 Personen gerettet oder erstversorgt, größter Einsatz war der Brand einer Garage mit Übergriff auf das Wohnhaus in Herrenzimmern am 23.10.2021.
Da man auch im Jahr 2022 keine Hauptversammlung durchführen kann wird beschlossen im Mai 2022 Abteilungsversammlung durchzuführen, dort werden dann auch die Berichte der Gesamtfeuerwehr zu den Jahren 20/21 verlesen. Es gelten immer noch Einschränkungen bis April 2022. Ab Mai 2022 werden dann die Corona-Maßnahmen zurückgefahren, bis Normalität im Feuerwehralltag Einzug hält brauchte es aber noch bis zum August 2022. Im März 2022 gab es wieder eine Überprüfung des Unfallversicherungsträgers (UKBW), erhebliche Mängel waren vor allem wie in 2010 die Zu- und Abfahrt am Feuerwehrgerätehaus, sowie die unzureichenden Parkplätze; Unzureichende Schwarz-Weiß-Trennung, unzureichende Sanitäre Anlagen, beengte Verhältnisse in Umkleide, Fahrzeughalle und Werkstätten, Abgasabsaugung, sowie ein unzureichender Brandschutz und Brandfrüherkennung, sowie fehlender zweiter Rettungsweg. Problematisch sieht die UKBW vor allem die Unterbringung Dritter im Feuerwehrgerätehaus, sowie die fehlenden Erweiterungsmöglichkeiten, um die Mängel abzustellen. Zitat der UKBW: „Im Bestand werden so gut wie keine Möglichkeiten der Verbesserung mehr gesehen. Nur eine Sanierung oder Erweiterung oder ein Neubau könnten die bestehenden Probleme lösen.“ Aber es gab auch Lob, Zitat der UKBW: „Die Feuerwehr Niederstetten ist organisatorisch gut aufgestellt. Die organisatorischen Abläufe (Prüfungen, Aus- und Fortbildungen inklusive Unterweisungen) sind geregelt.“ Bleiben also die baulichen und technischen Mängel. Für die Ehrungen und die Fahrzeugübergaben wurde beschlossen einen Ehrungstag am 23.07.2022 auf dem Frickentalplatz durchzuführen, die Jugendfeuerwehr bewirtschaftete und die Bevölkerung war ebenfalls herzlichst eingeladen. 38 Ehrungen, sowie die Übergabe des TSF-W Adolzhausen, des TLF 3000 Niederstetten und der Drohne mit WBK konnten von 1. Stellv. Bürgermeister Harald Dietz durchgeführt werden. Das TSF Oberstetten konnte leider aufgrund Schwierigkeiten bei Zulieferern des Aufbauers nicht rechtzeitig fertiggestellt werden. In 2020 wurden ja noch die Aufträge für den MTW und das TSF vergeben. Durch Corona und die Ukraine-Krise verzögerten sich die Auslieferungen für die beiden Fahrzeuge. So konnte der in einer gemeinsamen Beschaffung zweier baugleicher MTW mit der Gemeinde Creglingen realisierte MTW, im Oktober 2022 bei der Fa. Schäfer abgeholt und in Dienstgestellt werden. Das Fahrzeug ist nun aufgrund seines taktischen Wertes und der Ausstattung mit Digitalfunk in der Hauptwache Niederstetten stationiert. Der Alte ELW wurde vom Gerätewart-Team umgebaut und ist seit November 2022 in Rinderfeld stationiert. Das TSF der Abteilung Oberstetten konnte im November 2022 bei der Fa. Adik abgeholt werden, der bisher stationierte SW 1000 wurde im Dezember in einer Maschinenhalle in Wermutshausen untergebracht und steht somit weiter zur Verfügung. Im Berichtsjahr 2022 wurde die FFW Niederstetten 51mal alarmiert. Damit war das Jahr eigentlich ein Rekordjahr mit der Anzahl der Einsätze, wobei aber 3 Einsätze nicht als Alarmfahrten gewertet werden, da sie zur Unterstützung der Stadtverwaltung bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise, aufgrund des Ukraine-Krieges seit Februar 2022, erfolgten. Davon 18 Brandeinsätze, 2 Großbrände (einer in Heimberg im Februar 2022 und einer in Creglingen/Münster im Juli 2022). Trotz Corona-Pandemie konnte man in 2022 erstmals über 300 Aktive verzeichnen, genau 303. Alle Notverordnungen zur Corona-Pandemie werden im September 2022 aufgehoben!
Im Berichtsjahr 2023 wurde die FFW Niederstetten 41mal alarmiert, 10 Einsätze weniger als 2022. Bei den Einsätzen wurden 19 Personen gerettet und erstversorgt. Das Jahr 2023 war das erste Jahr ohne Corona-Verordnungen und alles im allen ein normales Feuerwehrjahr. Neu war die Gründung der Taskforce Vegetationsbrandbekämpfung für den Main-Tauber-Kreis. Alle Fahrzeuge und die Feststationen wurden auf Digitalfunk umgerüstet. Das Feuerwehrgerätehaus in Rinderfeld wurde bis auf die Außenanlagen und der restliche Einzug der Feuerwehr fertiggestellt. Des Weiteren wurde die Renovierung des Feuerwehrgerätehauses in Vorbachzimmern fortgeführt, nachdem man hier durch die Corona-Jahre zurückgeworfen wurde. Die Personalstärke konnte bei 303 Aktiven gehalten werden.
2024 wurde die FFW Niederstetten 44mal alarmiert zu 52 Einsatzstellen, 3 Einsätze mehr als 2023. Die Personalstärke der Feuerwehr Niederstetten: 305 Aktive in 10 Einsatzabteilungen, davon 29 weibliche Feuerwehrangehörige. Damit konnten wir die Anzahl der Aktiven auf über 300 auch in 2024 halten, sogar mit einem leichten Plus von 2 Aktiven. Größter Einsatz war im Zeitraum 01.06. bis 03.06.2025, ausgelöst durch ein Starkregenereignis zuerst im Bereich Heimberg/Wildentierbach um 21:35 Uhr und gegen 23:00 Uhr mit einem zweiten Schwerpunkt, dann im Bereich Herrenzimmern/Rüsselhausen. Aber auch die Kernstadt, Adolzhausen, Oberstetten und Vorbachzimmern waren betroffen. 154 Einsatzkräfte waren dabei bis in die frühen Morgenstunden des 02.06. eingesetzt. Zu den Aufräumarbeiten ab dem 02.06. bis 03.06 waren es nochmal 81 Einsatzkräfte. Größter Brandeinsatz war am 28.12.2024 um 19:04 Uhr, gemeldet war ein Wohnungsbrand der Stufe 5 mit Personen in Gefahr. Nach Eintreffen des Einsatzleiters und erster Erkundung konnte jedoch um 19:13 Uhr die Stufe auf Zimmerbrand und keine Personen in Gefahr zurückgenommen werden. Bei den Einsätzen wurden 22 Personen gerettet und erstversorgt, davon 7 Personen mit leichten Verletzungen, 11 mit mittleren und 4 mit schweren Verletzungen, 3 Person konnte nur noch Tod geborgen werden. An der Hauptversammlung wurde der bisherige Kommandant Oliver Käss wiedergewählt, im Zur Seite stehen nun 3 Stellvertreter. Die Stellverterter sind nun Ingo Dollmann, Paul Bailey und Torsten Meiß. Im Jahr 2023 wurden ein weiteres Hydraulikaggregat mit Hydraulikschläuchen beauftragt, um die Einsatzmöglichkeiten zu erweitern, diese wurde im Januar 2024 geliefert und in Dienst gestellt. 25 Feuerwehrangehörige wurden mit neuer PSA ausgestattet. Die Dienstbekleidung für insgesamt 120 Feuerwehrangehörige wurden geliefert und ausgeteilt. Der Größte Teil der Beschaffungen war allerdings die Umstellung des Einsatzstellenfunk von Analog auf Digital, insgesamt wurden 53 HRT´s über einen Rahmenvertrag des Landkreis beschafft. Die alten Ladegeräte in den Fahrzeugen mussten ausgetauscht werden, und die neuen Geräte bestückt und inventarisiert werden. Meinen Dank dafür an das Gerätewart-Team. Seit Oktober 2024 ist damit die Kommunikation von Analog auf Digital umgestellt. Personell sind wir insgesamt sehr gut aufgestellt. Die Ausrückebereiche West, Mitte und Ost unterstützen sich durch die neue Mobilität bei Einsätzen und kompensieren damit auch die Tagesverfügbarkeit von Einsatzpersonal. Im Bereich der Ausbildung müssen wir verstärkt Atemschutzgeräteträger ausbilden, aber auch Führungskräfte wie Gruppenführer/Zugführer sowie LKW-Fahrer für die Einsatzfahrzeuge werden benötigt, ansonsten ist man ausbildungstechnisch auf einem guten Niveau. Die Umsetzung der Feuerwehrbedarfsplanung mit dem im Februar 2025 durch die Fa. Forplan vorgestellten neuen Bedarfsplan und die Modernisierung der gesamten Feuerwehr, werden uns weiterhin beschäftigen. Die Feuerwehr hofft hier natürlich auch auf die zugesagte Unterstützung seitens des Gemeinderates und der Stadtverwaltung. Der Kommandant warnte jedoch in seinem Bericht weiterhin vor einem Investitionsstau, der immer reeller wird und hofft, dass die dringlichsten Maßnahmen aus dem Bedarfsplan zeitnahe und zeitgerecht umgesetzt werden.
2025 steht nun das 175jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Niederstetten an, das Festwochenende ist geplant am 26. und 27. Juli2025.



